Die Neuapostolische Kirche Schweiz

1900 - 1919

1900
Die junge Winterthurer Gemeinde wächst weiter. Im Frühjahr schickt Gemeindeältester Friedrich Bock den jungen Unterdiakon Ernst Güttinger nach Schaffhausen, wo er mit seinen Freunden Vogt und Bornemann den neuapostolischen Glauben verbreitet.
In Zofingen werden 64 Seelen versiegelt; die Gemeinde zählt nun 138 Mitglieder.

1901
In Schaffhausen wird eine Gemeinde gegründet. Stammapostel Friedrich Krebs hält am 1. August den ersten Versiegelungsgottesdienst an der Emmersbergstrasse 87 und setzt Ernst Güttinger ins Diakonenamt. Der 26-jährige August Hölzel empfängt am 11. August das Evangelistenamt und Friedrich Bock das Bezirksältestenamt.

1902
Apostel Wilhelm Sebastian aus Deutschland besucht die Gemeinde Heiden AR und versiegelt drei Seelen.
In Schaffhausen wird Ernst Güttinger Priester und Gemeindevorsteher.
Aus Zürich zieht der Unterdiakon Gottlieb Suter nach Winterthur.

1903
Amtsträger aus der Schweiz halten Gottesdienste im Saarland, wo schliesslich auch eine Gemeinde entsteht. Von dort breitet sich der Glaube bis nach Trier, Luxemburg, in die Pfalz und in Elsass-Lothringen aus.
In Zürich wird Rudolf Feller versiegelt, der später die Gemeinde Bern aufbaut.
Die Gemeinde St. Gallen zählt bereits 100 Seelen und bezieht ein Lokal an der Brühlgasse.

1904
Im August besucht Stammapostel Friedrich Krebs die Schweiz und kann 281 verlangenden Seelen die Gabe des Heiligen Geistes spenden.
Bezirksältester Friedrich Bock empfängt in Braunschweig das Bischofsamt.
In Winterthur wird Gottlieb Suter Priester und Vorsteher.

1905
Am 21. Januar geht Stammapostel Friedrich Krebs im Alter von 72 Jahren heim. Zu diesem Zeitpunkt zählt die Neuapostolische Kirche weltweit rund 75'000 Mitglieder. Stammapostel Krebs hatte bereits zu seinen Lebzeiten den Apostel Hermann Niehaus zu seinem Nachfolger bestimmt. Dieser hält in Braunschweig den feierlichen Trauergottesdienst.
Bischof Friedrich Bock, geboren am 7. Mai 1863 in Hermannsgrün (Deutschland), wird am 22. Oktober in Bielefeld zum Apostel ordiniert und übernimmt die Verantwortung für den neuen Apostelbezirk "Schweiz-Baden".

1906
Hans Plüss, der später als Bischof in der Schweiz wirkt, wird im Januar von Apostel Friedrich Bock in Zürich versiegelt und empfängt im gleichen Jahr das Unterdiakonenamt.
Rudolf Feller verzieht von Zürich nach Bern; er baut dort den Bezirk Bern auf und wird später Bezirksältester.
Diakon Martin Haller von Zürich, der spätere Bezirksälteste, reist regelmässig nach Hüntwangen und hält dort Versammlungen und Gottesdienste. An diesen Versammlungen nimmt auch Rudolf Schneider I. teil.

1907
Rudolf Schneider I. wird in Zürich versiegelt und empfängt noch im gleichen Jahr das Unterdiakonen- und das Diakonenamt.
August Hölzel wird zum Bezirksältesten gesetzt.

1908
Im deutschsprachigen Raum erscheint das erste "Neuapostolische Gesangbuch".
Louis Martig, der spätere Bezirksälteste des Bezirkes Elsass-Lothringen, wird von Apostel Friedrich Bock versiegelt und als Unterdiakon eingesetzt.
Auch in Marseille (Frankreich) entsteht eine neuapostolische Gemeinde.
Rudolf Schneider I. wird in Hüntwangen Priester und Gemeindevorsteher.
In Schaffhausen weiht Stammapostel Hermann Niehaus die neu erbaute Kirche ein.

1909
Priester Favre aus Zürich erhält den Auftrag sich in Genf niederzulassen, um dort eine Gemeinde zu gründen.
In Uster wird die neu erbaute Kapelle eingeweiht.

1910
Im Dezember besucht Apostel Friedrich Bock die Gemeinden Zürich, Uster, Winterthur, St. Gallen, Schaffhausen und Tuttlingen (Süddeutschland). In St. Gallen versiegelt er Ernst Streckeisen, den späteren Stammapostel, im Alter von fünf Jahren.

1911
In den letzten zwei Jahren sind in Genf, Uster, Dübendorf, Olten und Biel Gemeinden entstanden.
In Genf gibt es bereits 21 neuapostolische Christen. Die Gemeinde ist dem Apostelbezirk Karlsruhe angegliedert, der ebenfalls unter der Leitung von Apostel Friedrich Bock steht.
Priester Jakob Hauri zieht nach Olten. In einem kleinen Zimmer an der Sälistrasse werden die ersten Gottesdienste abgehalten.
Diakon Ernst Schädeli geht nach Thun, um dort eine Gemeinde aufzubauen.
Apostel Friedrich Bock besucht die Gemeinden Diessenhofen, Schaffhausen, Winterthur, Turgi, Rorschach, St. Gallen, Wald AR, Buchs SG, Zürich und Wil. Er versiegelt 137 Gläubige und setzt zwei Priester, einen Diakon und einen Unterdiakon ein. Er selbst verlegt seinen Wohnsitz nach Schaffhausen.
Hans Plüss wird Bezirksältester.

1912
Ein Jüngling, François Martin, der von Neuchâtel nach Genf gezogen war, um dort zu arbeiten, mietet bei einer neuapostolischen Familie ein Zimmer. Er kann im Januar als erster Romand durch Apostel Friedrich Bock die Heilige Versiegelung empfangen.
Priester Ernst Göckeritz zieht von Bern nach Genf, wo er mit der Leitung der Gemeinde betraut wird. Die Gemeinde Genf zählt mittlerweile 35 Seelen; die Gottesdienste werden in deutscher Sprache gehalten.
Apostel Friedrich Bock besucht die Gemeinde Marseille, wo er den späteren Bezirksapostel Ernst Eschmann trifft und ihm die Gabe des Heiligen Geistes spendet.

1913
Apostel Friedrich Bock erkrankt; die Schweizer Gemeinden werden deshalb unter die Leitung von Apostel Johann Gottfried Bischoff (Frankfurt) gestellt.

1914
Am 27. Juni verstirbt Apostel Friedrich Bock im Alter von nur 51 Jahren im Krankenhaus zu Riehen.
Trotz der harten Zeiten und Kriegswirren breitet sich der neuapostolische Glaube dank der unermüdlichen Missionsarbeit weiter aus. In Genf muss Gemeindevorsteher Ernst Göckeritz als deutscher Staatsangehöriger in den Krieg ziehen und die Gemeinde verlassen. Der Bezirksälteste Hans Plüss aus Zofingen und Priester Müller von Zürich besuchen alle 14 Tage die Gemeinde Genf. Die Gottesdienste finden neu an der Rue de la Cloche 9 statt.
Evangelist Martin Trinks zieht von Dresden nach Wien und hält dort erste Gottesdienste. 
Louis Martig wird als Vorsteher der Gemeinde Amnéville (Lothringen) gesetzt und betreut die Geschwister in den schwierigen Kriegsjahren.
Ein Grossteil der Amtsträger wird zum Militärdienst einberufen, was eine regelmässige Bedienung der Gemeinden schwierig macht.

1915
Apostel Johann Gottfried Bischoff besucht trotz erschwerter Umstände die Schweiz und hält in Zürich einen Gottesdienst.

1916
Im Herbst dieses Jahres wird Apostel J. G. Bischoff auch zum Heeresdienst eingezogen. Damit die Bedienung der Gemeinden in der Schweiz gewährleistet ist, setzt Stammapostel Hermann Niehaus am 22. Oktober den am 6. Dezember 1870 in Ostpreussen geborenen August Hölzel ins Apostelamt und überträgt ihm die Leitung des Apostelbezirks Schweiz. Dieser umfasst nun rund 3'100 neuapostolische Christen in 39 Gemeinden. Die badischen Gemeinden kommen unter die Pflege von Bischof Karl Hartmann.
August Stiefel, geboren am 9. Juni 1893 in Neuhausen am Rheinfall, zieht aus beruflichen Gründen von Schaffhausen nach Genf. Da es dort noch keine ansässigen Amtsträger gibt, wird Bruder August Stiefel beauftragt, die dortigen Geschwister im Wechsel mit den Brüdern von Zürich zu versammeln.

1917
In Genf wird August Stiefel am 18. März Diakon und am 14. November Priester und Vorsteher der Gemeinde.

1918
Bezirksapostel August Hölzel beauftragt den Priester Alfred Fischer aus Basel, die Gemeinde Mulhouse (Frankreich) zu betreuen.

1919
Am 1. Januar zählt der Apostelbezirk Schweiz 3'649 Mitglieder. Gemäss Adressbuch der "Neuapostolischen Gemeinden" aus dem Jahr 1919 gehören dazu die Unterbezirke Zürich, St. Gallen, Schaffhausen, Basel, Brittnau, Bern und Saarbrücken - mit insgesamt 54 Gemeinden.
Da die Zürcher Gemeinde ein sehr erfreuliches Wachstum aufweist, müssen neue Räumlichkeiten gesucht werden. Nach mehreren Umzügen findet man im früheren Kasino Hottingen an der Gemeindestrasse 32 eine geeignete Liegenschaft mit 1'000 Sitzplätzen. Hier wird der spätere Bezirksapostel Ernst Eschmann ins Priesteramt gesetzt.
In Lugano entsteht eine Gemeinde, gegründet von Priester Hauri, der von Olten nach Lugano gezogen ist. Mehr als zwanzig Jahre bleibt Lugano die einzige Gemeinde im Tessin. Von dort aus wird der neuapostolische Glaube nach Italien ausgebreitet.

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