Die Neuapostolische Kirche Schweiz

1920 - 1938

1920
Die Entwicklung der Gemeinde Biel war in den Kriegsjahren sehr erschwert, ja sogar unterbrochen. So schickt der Vorsteher der Gemeinde Bern - im Auftrag des Bezirksapostels August Hölzel - den Diakon Jakob Schmocker im Februar nach Biel. Noch im selben Jahr wird Jakob Schmocker Priester, und so können wieder regelmässig Gottesdienste gehalten werden.
Am 10. Oktober wird Apostel Johann Gottfried Bischoff zum Stammapostelhelfer.
Von Marseille zieht Priester Reiff aus beruflichen Gründen nach Genf. Die Gottesdienste, die bis dahin ausschliesslich in deutscher Sprache gehalten wurden, können nun auch in französischer Sprache durchgeführt werden, was eine erfreuliche Entwicklung zur Folge hat.
Um das Jahr 1920 wird der junge Josef Gutweniger in Arbon versiegelt und erhält den Auftrag, nach Innsbruck (Österreich) umzusiedeln, um dort eine Gemeinde zu gründen.

1921
Evangelist Ernst Schädeli kommt nach Kupferhammer bei Luzern und beginnt mit dem Aufbau einer Gemeinde.
Am 8. August wird Hans Plüss als Bischof gesetzt. Er betreut am Anfang einen Teil der Zentralschweiz und in der Folge auch die Westschweiz.
Auch Ernst Güttinger empfängt in diesem Jahr das Bischofsamt.

1922
Im November versiegelt Bezirksapostel August Hölzel einige Seelen in Wien. Eines der ersten Gotteskinder in Österreich ist Josef Kögler, der später im Hirtenamt dient und den Grundstein für die Gemeinde Linz legt.
In Genf empfängt François Martin das Diakonenamt.

1923
Ernst Güttinger, geboren am 19. August 1877 in Dübendorf, wird am 16. September von Stammapostel Hermann Niehaus als Apostel eingesetzt.
Die Gemeinde Winterthur kann eine Liegenschaft an der Eduard-Steiner-Strasse erwerben und ihren Wünschen entsprechend umbauen. In St. Gallen wird ein Lokal im Haldenhof gekauft und bezogen, das den 153 Seelen genügend Platz biete.
Diakon François Martin wird Priester, Priester August Stiefel empfängt das Hirtenamt. Nun können in Genf regelmässig Gottesdienste in französischer Sprache gehalten werden.
Im Apostelbezirk Schweiz leben jetzt 7'411 neuapostolische Christen.

1924
Der spätere Apostel Josef Baur wird mit Frau und Kind in Neerach versiegelt.
Johann Gottfried Bischoff wird am 14. Dezember die Stammapostelnachfolge übertragen. Dieses Amt übernimmt er jedoch erst im Jahre 1930.

1925
Stammapostel Hermann Niehaus bereist den Apostelbezirk Schweiz, der inzwischen auf 10'037 neuapostolische Christen angewachsen ist.
Auch im österreichischen Linz breitet sich der Glaube aus. Im November kann dort der erste Gottesdienst durch den Evangelisten Trinks aus Wien gehalten werden.

1927
In Zofingen wird eine neue Kirche mit 800 Sitzplätzen eingeweiht.

1928
Die Gemeinde in Genf zählt nun 189 Seelen. Die Gottesdienste finden neu an der Rue de la Synagogue 40 statt.

1929
Bezirksapostel August Hölzel und Apostel Ernst Güttinger nehmen zusammen mit den Aposteln aus Europa an einer Apostelversammlung in Bielefeld (Deutschland) teil.

1930
Am 14. September kann Bezirksapostel August Hölzel ein Gotteshaus einweihen, das der nachmalige Priester Gass in eigener Regie in Biel-Madretsch - verbunden mit einem Wohnhaus - erstellen liess. Die Gemeinde Biel zählt jetzt 129 Mitglieder.
Stammapostel Hermann Niehaus erleidet einen Unfall und tritt am 20. September in den Ruhestand. Johann Gottfried Bischoff übernimmt am 21. September in einem Festgottesdienst in Berlin sein Amt als Stammapostel.
Die Neuapostolische Kirche zählt jetzt weltweit rund 240'000 Mitglieder. Davon leben ca. 15'000 im Apostelbezirk Schweiz.
Neu finden auch in Salzburg Gottesdienste statt, wo bereits erste Seelen versiegelt werden können.

1931
Bezirksältester Johannes Baumann, Mitbegründer des Bezirkes St. Gallen, geht heim. Unter seiner Leitung und dank seines unermüdlichen Einsatzes ist dieser Bezirk auf ca. 800 Seelen angewachsen.

1932
Stammapostel i. R. Hermann Niehaus verstirbt am 23. August im 85. Lebensjahr.
In Nejdek (Tschechoslowakei) finden die ersten Gottesdienste statt. Die Anfänge des Erlösungswerkes Gottes in diesem Land gehen zurück ans Ende des 19. Jahrhunderts. Da gab es in Sauersack, unweit der deutschen Grenze, bereits eine kleine Gemeinde, deren Vorsteher Priester Hanawald war.

1933
Bezirksapostel August Hölzel stirbt am 11. Februar. Die Trauerfeier hält Stammapostel Johann Gottfried Bischoff in Zürich-Hottingen. Apostel Ernst Güttinger wird sein Nachfolger im Bezirksapostelamt.
In Innsbruck wird das Abhalten neuapostolischer Gottesdienste verboten. Die Gläubigen versammeln sich von nun an im Wald oder in den Bergen.
Am 5. Oktober werden aus politischen Gründen die von der Schweiz aus bedienten deutschen Gemeinden dem Apostelbezirk Karlsruhe angegliedert.
Bezirksältester Rudolf Schneider I. wird am 20. August zum Bischof ausgesondert.
Der Pionier des Erlösungswerkes Gottes in Österreich, Evangelist Martin Trinks, tritt in den Ruhestand.

1934
Im Apostelbezirk Schweiz leben jetzt 21'125 neuapostolische Christen.
Am 4. Oktober werden die ersten Seelen in Graz (Österreich) versiegelt.

1935
Ein in Berlin aufgenommenes ungarisches Ehepaar kehrt nach Budapest zurück. Die ersten Kontakte in Ungarn reichen in die Zeit um das Jahr 1872 zurück, als der in Hamburg am 30. Oktober 1864 für Ungarn berufene Apostel Peter W. L. Stechmann in Budapest eintraf und dort etwa zwei Jahre ergebnislos tätig war. Ungarn gehört zum Apostelbezirk Schweiz und wird hauptsächlich von Amtsträgern aus Wien betreut. Diakon Josef Gutweniger ist der erste Amtsträger, der von dort nach UngarnRudolf Schneider I., geboren am 31. Dezember 1977 in Hüntwangen, wird als Apostel und Ernst Eschmann als Bischof ordiniert. Priester Karl Rose und Bruder Juan Reverter aus Zürich reisen im September für eine Woche nach Barcelona, um erste Kontakte in Spanien zu knüpfen. Im Dezember wird Juan Reverter Diakon und erhält den Auftrag, das Erlösungswerk Gottes in Barcelona aufzubauen.

1936
Ab Neujahr werden in Zürich-Wiedikon in einer Garage Gottesdienste gehalten. Bereits am 20. Dezember empfangen hier 47 Seelen die Heilige Versiegelung.
Am 12. Januar zieht Diakon Juan Reverter aus Zürich mit seiner Familie nach Barcelona. Durch den spanischen Bürgerkrieg, der im Juli ausbricht, wird die Verbindung zur Schweiz unterbrochen und die Zustellung des Seelsorgebriefes unregelmässig.
In diesem Jahr wird Genf ein eigenständiger Bezirk, den der Gemeindeälteste August Stiefel leitet. Der Bezirk Genf umfasst nicht nur Gemeinden in der Westschweiz, auch die Seelen in Frankreich und Spanien werden von dort aus betreut.
Am 19. April tritt der Bezirksälteste Rudolf Feller - ein Pionier in der Region Bern - in den Ruhestand. Während seiner 30-jährigen Amtstätigkeit in der Gemeinde Bern-Breitenrain ist die Zahl der Gotteskinder von 8 auf 790 Seelen angewachsen und sein Bezirk umfasste ein Gebiet, das vom Jurafuss bis ins Oberland und vom Emmental bis nach Frankreich reichte. Der weitläufige Arbeitsbereich macht eine Teilung in zwei Bezirke erforderlich. Sie werden betreut durch die neu eingesetzten Bezirksältesten Alfred Flühmann (Bern I) und Jules Strehler (Bern II).
In Vorarlberg (Österreich) wird erstmals ein einheimischer Priester ordiniert und als Vorsteher für die Gemeinden Dornbirn und Lustenau gesetzt.

1937
Von Basel aus werden zwei weitere Gemeinden im Elsass gegründet: St. Louis und Sausheim.
Die Gemeinde Zürich-Wiedikon erhält ein grösseres Lokal an der Birmensdorferstrasse.
Am 24. Oktober empfangen in Wien drei Ungarn durch Apostel Rudolf Schneider I. die Heilige Versiegelung. Einer davon ist Bruder András László aus Budapest.

1938
Im Apostelbezirk Schweiz werden jetzt 24'095 neuapostolische Christen betreut.
Bruder László aus Budapest wird am 27. Mai Diakon und hält von nun an die meisten Gottesdienste in Ungarn.
Gemeindeältester August Stiefel empfängt am 12. Juni das Bischofsamt und muss deshalb seinen Wohnsitz von Genf nach Bern verlegen. Er ist vor 22 Jahren nach Genf gezogen und wollte eigentlich nur ein paar Monate bleiben!

Am 14. August wird Bezirksevangelist François Martin Bezirksältester und ist fortan zuständig für den Bezirk Genf. Mit grossem Engagement übersetzt er auch das neuapostolische Schriftgut von der deutschen in die französische Sprache.

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