Die Neuapostolische Kirche Schweiz

1939 - 1959

1939
Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges erschwert sich die Verbindung aus der Schweiz zum Stammapostel in Deutschland. Die österreichischen Gemeinden, bisher von der Schweiz betreut, werden nun vom Bezirksapostel Georg Schall aus Stuttgart versorgt.Hans Plüss tritt nach 18 Jahren gesegneter Amtstätigkeit als Bischof in den Ruhestand.Von Basel aus entstehen weitere elsässische Gemeinden, nämlich in Hegenheim, Muespach und Mulhouse-Dornach.In der am 1. Mai 1932 eingeweihten Kirche Zürich-Wipkingen empfangen 100 Seelen in einem Gottesdienst die Heilige Versiegelung.Die Herstellung der bisher in Deutschland herausgegebenen Schriften "Wächterstimme" und "Unsere Familie" wird eingestellt. Bezirksapostel Ernst Güttinger beschliesst, die Schriften für seinen Bezirk in der Schweiz drucken zu lassen. 

1940
Der Apostelbezirk Schweiz verlegt von nun an die Schriften "Brot des Lebens" (bis 1977), "Christ Jugend" (bis 1977), "Ich sende Euch" (bis 1957), das Buch "Fragen und Antworten", die Broschüre "Hausregeln", das Jugendliederbuch und als Lizenzausgabe das Neuapostolische Gesangbuch.
Bischof i. R. Hans Plüss geht am 16. November heim.

1941
Otto Güttinger, geboren am 10. Januar 1907 in Schaffhausen, wird am 7. Dezember durch seinen Vater, den Bezirksapostel Ernst Güttinger, zum Apostel gesetzt.
Der Bezirk St. Gallen, der mittlerweile 21 Gemeinden mit insgesamt 1'548 Seelen zählt, wird in zwei Bezirke aufgeteilt.

1944
Neuapostolische Christen in Zürich unterstützen das Winterhilfswerk und helfen Menschen in Not.
In der Gemeinde Erstfeld, bei Familie Püntener, treffen sich bis zu 100 Gläubige zum Gottesdienst. Die bestehenden Räumlichkeiten werden durch einen Neubau ersetzt.

1945
In den Kriegsjahren haben die drei Apostel Ernst Güttinger, Rudolf Schneider I. und Otto Güttinger zusammen mit den Bischöfen Ernst Eschmann (Bischof seit 1935) und August Stiefel (Bischof seit 1938) den Schweizer Apostelbezirk betreut, der inzwischen auf rund 25'000 Gläubige angewachsen ist. Auch Luxemburg, Frankreich und Norditalien werden von der Schweiz aus bedient. In den französischen Gemeinden - insbesondere in Lothringen, Paris, Toulouse, Marseille und einigen anderen grossen Orten - leben fast 4'000 neuapostolische Christen.
Der erste Kontakt in Jugoslawien wird geknüpft: eine neuapostolische Familie kehrt aus Frankreich in ihr Heimatland Slowenien zurück. Für die kommenden zwei Jahre werden sie durch Seelsorgebriefe bedient.

1946
Nach den Kriegsjahren wird Österreich wieder dem Apostelbezirk Schweiz angegliedert.

1947
Am 27. Juli übernimmt der spätere Bischof Emil Angst die Gemeinde Zürich-Wiedikon als Vorsteher.
Am 9. November findet im Zürcher Hallenstadion ein grosser Festgottesdienst mit Stammapostel Johann Gottfried Bischoff statt. Über 11'000 Personen nehmen an diesem Gottesdienst teil.
Ein Priester aus Deutschland lässt sich für drei Jahre in Slowenien nieder. So können die Geschwister dort vorübergehend an ihrem Wohnort gottesdienstlich versorgt werden.
Während des Zweiten Weltkriegs waren die Geschwister in Barcelona vollkommen auf sich selbst gestellt. Erst in diesem Jahr kann Priester Karl Rose von Zürich-Hottingen wieder nach Barcelona reisen und die Geschwister Reverter bedienen.
In der Tschechoslowakei verbietet die Regierung unsere kirchliche Betätigung und konfisziert die Kirche in Nejdek.

1948
Das Saarland wird wieder von der Schweiz aus bedient. Neu gehört auch Jugoslawien zum Apostelbezirk Schweiz.
Am 15. Januar wird in Barcelona die erste Gemeinde in Spanien gegründet. Apostel Otto Güttinger setzt Diakon Reverter ins Priesteramt und versiegelt fünf Seelen. Von dort aus breitet sich der neuapostolische Glaube in ganz Spanien aus.
Am 5. September hält Apostel Otto Güttinger erstmals einen Gottesdienst in Budapest und versiegelt 37 Seelen. Diakon András László wird ins Priesteramt gesetzt und zum Vorsteher der Gemeinde bestimmt.

1949
Im Apostelbezirk Schweiz leben rund 34'000 neuapostolische Christen in über 230 Gemeinden.

1950
Einer der grossen Pioniere in der Ostschweiz - Bezirksältester Emil Baisch - tritt in den Ruhestand. Der Bezirksälteste Ernst Streckeisen übernimmt seinen Bezirk mit 1'059 Seelen.
In Linz kann auf dem ersten kircheneigenen Grundstück in Österreich am 13. August die erste Kirche eingeweiht werden. Die Gemeinde zählt nun 200 Mitglieder.
Nach harter Arbeit kann am 12. November auch an der Rue Liotard in Genf eine Kirche mit 550 Sitzplätzen ihrer Bestimmung übergeben werden.
In Schwarzenburg BE wird eine Kapelle eingeweiht, welche von den Gemeindemitgliedern selbst finanziert worden ist. Der Vorsteher, Priester Samuel Urwyler, hatte seinen Sohn Hans, den späteren Stammapostel, mit der Bauleitung beauftragt. Die Einweihung nimmt am 31. Dezember Bischof August Stiefel vor.

1951
Luxemburg, Frankreich und das Saarland werden nach beinahe 50-jähriger Zugehörigkeit zum Apostelbezirk Schweiz in neue Apostelbereiche eingegliedert.
Am 5. August hält Stammapostel Johann Gottfried Bischoff in der Frankfurter Festhalle einen feierlichen Gottesdienst, an dem 24 Apostel und rund 14'000 Geschwister teilnehmen; weitere 40'000 sind über Postkabel angeschlossen. In diesem Gottesdienst werden Bezirksapostel Ernst Güttinger und Apostel Rudolf Schneider I. in den Ruhestand versetzt. Bischof Ernst Eschmann wird neuer Bezirksapostel für den Apos-telbezirk Schweiz.

 

1952
Von Langenthal kommend, zieht der Bezirksälteste Giovanni Plüss nach einem kurzen Aufenthalt in Lugano mit seiner Familie nach Mailand, wo er auf Wunsch des Bezirks-apostels Ernst Eschmann mit dem Aufbau der Neuapostolischen Kirche in Italien beginnt.
Ernst Streckeisen, geboren am 19. Oktober 1905 in St. Gallen, empfängt am 8. Juni in Frankfurt a. M.-West durch Stammapostel J. G. Bischoff das Apostelamt. Zu diesem Zeitpunkt sind weltweit 34 Apostel tätig.
Am 28. September findet die erste Tonübertragung in der Schweiz statt. Im Kongress-haus Zürich hält Stammapostel J. G. Bischoff den Gottesdienst, der über Postkabel in 40 Gemeinden mit zusammen 27'000 Teilnehmern übertragen wird.

1953
Nach knapp 2-jähriger Tätigkeit als Bezirksapostel verstirbt Ernst Eschmann am 30. März. Die Trauerfeier, gehalten von Bezirksapostel Georg Schall im Beisein von 11 Aposteln, wird über Telefonkabel in weitere Gemeinden der Stadt Zürich übertragen.
Stammapostel J. G. Bischoff setzt am 19. April in der Tonhalle Zürich den Apostel Ernst Streckeisen zum Bezirksapostel für die Schweiz.
Bischof Josef Baur, geboren am 11. Oktober 1896 in Sarmensdorf und Bischof Hermann Hänni, geboren am 29. Oktober 1913 in Vogelsang, werden am 11. Oktober in Zürich-Wiedikon zu Aposteln ausgesondert. Gemeinsam mit ihrem Bezirksapostel bewältigen sie die schweren Zeiten, in denen Apostel Otto Güttinger sich mit seinen Anhängern vom Stammapostel löst und eigene Wege geht.
Durch das eifrige Wirken des Bezirksältesten Plüss entstehen in Norditalien innerhalb kurzer Zeit Gemeinden in Bozen, Meran, Varese, Turin und Mailand. Später folgen Trento, Parma und Piombino Dese. Ein Italiener, der in Zürich wohnte und versiegelt wurde, kehrt in seine Heimat nach Cattolica zurück. Er stellt seine Wohnung für Got-tesdienste zur Verfügung. Die Missionsarbeit in Italien breitet sich so weiter in den Süden aus.

1954
Apostel Otto Güttinger wird seines Amtes enthoben und aus der Neuapostolischen Kirche ausgeschlossen. Auch sein Vater, der Bezirksapostel i. R. Ernst Güttinger, löst sich von der Neuapostolischen Kirche.

1955
Der Bezirksälteste Max Gurtner, geboren am 26. Dezember 1906 in Wien, wird am 24. Juli in dieser Stadt durch Stammapostel J. G. Bischoff zum Apostel für Österreich ausgesondert. Das ist der erste Gottesdienst, den ein Stammapostel in Österreich hält.
Nach der Einsetzung des Apostels Gurtner kommen etliche Ostblockstaaten nach und nach unter seine Betreuung und damit zum Apostelbezirk Schweiz.
Diakon Luigi Albert erhält den Auftrag, in Lugano und Como Gottesdienste in italienischer Sprache zu halten. Das erweist sich als sehr segensreich, denn die meisten Gäste verstehen nur italienisch.
Im Herbst kommt zum ersten Mal Apostel Max Gurtner von Wien nach Zreče (Slowenien). In diesem Gottesdienst können sechs Seelen versiegelt und der erste Unterdiakon - Bruder Korošec - gesetzt werden, der später im Priester- und Evangelistenamt dient. So können nun regelmässig Gottesdienste stattfinden. Apostel Gurtner besucht auch die Geschwister in Kroatien, die in den letzten Jahren nur brieflichen Kontakt mit der Kirche hatten.
Apostel Hermann Hänni erhält den Auftrag, sich in Neuchãtel niederzulassen und die Glaubensgeschwister in der französischen Schweiz, den Berner Bezirken und in Spanien zu betreuen.

1956
Apostel i. R. Rudolf Schneider I. geht am 26. Januar im Alter von 78 Jahren heim. Die Trauerfeier hält Bezirksapostel Ernst Streckeisen in Rorschach. Durch Stammapostel J. G. Bischoff wird Rudolf Schneider II., geboren am 15. November 1909 in Hüntwangen, am 10. Juni zum Apostel ordiniert.
Am 1. Mai wird der Bezirk Genf in zwei Ältestenbezirke aufgeteilt: Genf und Neuchãtel.
Dank der staatlichen Anerkennung der Neuapostolischen Kirche in der Tschechoslowakei reisen Bezirksapostel Ernst Streckeisen und Apostel Max Gurtner in dieses Land und versiegeln etwa 40 Seelen.

1957
Apostel Josef Baur stirbt am 25. Januar. Die Trauerfeier hält Bezirksapostel Walter Schmidt in Zürich-Wiedikon. Es nehmen 21 Apostel aus ganz Europa teil.
Ernst Zimmermann, geboren am 19. September 1909 in Olten, wird am 16. Juni zum Apostel ausgesondert. Er übernimmt das Arbeitsgebiet von Apostel Josef Baur.

1958
Bezirksapostel Ernst Streckeisen führt eine Statutenänderung durch. Die "Neuapostolische Gemeinde der Schweiz" heisst neu "Neuapostolische Kirche in der Schweiz".
Die Suche nach einem Grundstück in St. Gallen ist erfolgreich verlaufen. Am 10. März kann an der Dufourstrasse 76 der erste Spatenstich für die neue Kirche erfolgen.
Bischof August Stiefel - ein Pionier der Westschweiz - wird am 2. November in den Ruhestand gesetzt.
In diesem Jahr kann auch in Neuchãtel eine Kirche eingeweiht werden.

1959
Mit der Einweihung der Kirche St. Gallen-Centrum am 18. Januar erhöht sich die Anzahl eigener Kirchen im Apostelbezirk Schweiz auf 313. Die Mitgliederzahl beträgt 37'445.
Am 10. Mai kann Bezirksapostel Ernst Streckeisen in Carrara (Italien) ein Gottesdienstlokal einweihen. Priester Moretti, der diese Geschwister bis dahin von Mailand aus betreute, wird Vorsteher der Gemeinde. Kurz darauf verlegt er seinen Wohnsitz nach Carrara.
Die Gemeinde Barcelona kann ein Lokal in der Calle Reverendo José Bundo beziehen. Von nun an können in Barcelona-Sants und Barcelona-Horta Gottesdienste gehalten werden.

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