Die Neuapostolische Kirche Schweiz

Geschichte der Neuapostolischen Kirche

Die Wurzeln der Neuapostolischen Kirche reichen in das England des 19. Jahrhunderts zurück. Unter dem Eindruck der Französischen Revolution und der Industrialisierung Europas entstanden dort in den 1820er Jahren so genannte Erweckungsbewegungen. Vielerorts fanden sich engagierte Christen zusammen, um auf biblischer Grundlage und im Gebet neu über den christlichen Glauben nachzudenken. Ein zentraler Gedanke dieser erweckten Kreise war die baldige Wiederkunft Jesu Christi, ein anderer die Rückkehr zu urchristlichen Prinzipien. In den 1830er Jahren bildeten sich aus dieser Bewegung heraus erste Gemeinden. Bis zum Jahr 1835 wurden durch prophetisches Wort zwölf Apostel nach biblischem Vorbild berufen. 

Diese Apostel sollten die neu entstehende Katholisch-Apostolische Kirche bis zur unmittelbar bevorstehenden Wiederkunft Christi leiten. Von England ausgehend entstanden in der Folgezeit auch in Deutschland immer neue katholisch-apostolische Gemeinden. 

 

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Als im Jahr 1855 drei der Apostel verstarben, herrschte Uneinigkeit darüber, ob neue Apostel berufen werden oder ob man sich in den Gang der Ereignisse fügen sollte. Meinungsverschiedenheiten über diese und andere Fragen führten 1863 in Deutschland zur Gründung der "Allgemeinen christlichen apostolischen Mission", aus der schließlich die "Neuapostolische Gemeinde" hervorging. Seit 1932 wird der Name "Neuapostolische Kirche" verwendet. 

Das Lehramt des Apostels hat sich die Neuapostolische Kirche aus ihren Anfängen bewahrt. Ab 1897 bildete sich unter dem Apostel Friedrich Krebs das Stammapostelamt heraus, das Krebs selbst bis zu seinem Tod im Jahr 1905 bekleidete. Seitdem gilt der Stammapostel als richtungweisend in theologischen Fragen und als Garant der kirchlichen Einheit. 

Auf Friedrich Krebs folgten bislang acht Stammapostel: Hermann Niehaus, Johann Gottfried Bischoff, Walter Schmidt, Ernst Streckeisen, Hans Urwyler, Richard Fehr, Wilhelm Leber und Jean-Luc Schneider.

Stammapostel Richard Fehr - geb. 1939 - weitete die missionarischen Aktivitäten der Neuapostolischen Kirche auf alle Erdteile aus. In seiner Amtszeit wuchs die Mitgliederzahl auf nahezu 11 Millionen. Er legte Wert auf gute Kontakte zu anderen christlichen Kirchen.

Stammapostel Fehr im Jahr 2000: "Ich mache mir ernsthaft Gedanken darüber [über die Ökumene] und habe kürzlich extra eine Projektgruppe gegründet, die mir Vorschläge ausarbeiten soll, wie sieht die Zukunft aus: Gehen wir Richtung Ökumene oder nicht? Ich tendiere für eine Öffnung der Kirche."

Das behutsame Anpassen der Kirche an veränderte Rahmenbedingungen fand seinen Ausdruck auch darin, dass in der Amtszeit Fehrs neben vielen anderen Neuerungen die Lutherbibel in der Fassung von 1912 durch die revidierte Version von 1984 abgelöst wurde. Zum Osterfest 2005 wurde zudem das seit über 75 Jahren verwendete Gesangbuch durch ein zeitgemässes ersetzt.

Stammapostel Wilhelm Leber - geb. 1947 - setzt die Bestrebungen für eine geistliche Neuorientierung fort hin zu einer modernen, offenen Kirche, die ihren Platz im christlichen Spektrum hat.

"Ich wünsche mir einen unverkrampften Umgang miteinander. Wir wollen wirklich ein schönes Miteinander erreichen, unabhängig von individuellen Vorstellungen und Glaubensüberzeugungen, wir wollen uns gegenseitig respektieren, wir wollen das Gemeinsame suchen und pflegen und wollen auf dieser Basis eben insgesamt dazu beitragen, das Christentum zu stärken in einer Welt, in der christliche Werte doch mehr und mehr in den Hintergrund gedrängt werden."

Markiert wird die Amtszeit von Stammapostel Leber auch durch das Erscheinen des Katechismus der Neuapostolischen Kirche im Dezember 2012 in deutscher Sprache und nachfolgend in weiteren Sprachausgaben. Dieses in jahrelanger intensiver Arbeit erstellte Werk enthält eine umfassende Darstellung neuapostolischer Lehre und nimmt in 13 Hauptkapiteln Stellung zu verschiedenen Themen.

Wie wird die Entwicklung weitergehen? Bei allen Herausforderungen, die das Wachstum der Neuapostolischen Kirche in den unterschiedlichen Kulturen und Traditionen mit sich bringt, bleibt der Glaube an den dreieinigen Gott, an die Wiederkunft des Herrn Jesus Christus und an die Wirksamkeit des Apostelamtes Mittelpunkt neuapostolischer Glaubenslehre.