Die Neuapostolische Kirche Schweiz

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Gemeinsam zur Mitte
01.04.2017 / Zürich/Schweiz
Unter diesem Motto fand am Samstag, 1. April 2017, in Zug der nationale ökumenische Festanlass „500 Jahre Reformation - 600 Jahre Niklaus von Flüe“ statt. Dieser Gedenktag wurde genutzt, um sich gemeinsam auf das Zentrum des christlichen Glaubens zu besinnen - Jesus Christus. Höhepunkt des Programms bildete der ökumenische Gottesdienst in der Kirche St. Michael.

Das Jahr 2017 steht in beiden grossen Kirchen der Schweiz im Zeichen zweier wichtiger Gedenkanlässe: Mit dem weltweiten Protestantismus feiern die reformierten Kirchen der Schweiz „500 Jahre Reformation“. Der Thesenanschlag Martin Luthers vom 31. Oktober 1517 in Wittenberg gilt dabei symbolisch als Geburtsstunde des Protestantismus. Und die römisch-katholische Kirche in der Schweiz feiert den 600. Geburtstag von Niklaus von Flüe, des tiefgläubigen Mystikers und Friedensstifters aus Obwalden, der 1947 von Papst Pius XII. heiliggesprochen wurde. Die beiden konfessionell geprägten Gedenkanlässe tragen jedoch eine ökumenische Dimension in sich.

Ein starkes Zeichen
Mit dem nationalen ökumenischen Gedenk- und Feiertag «Gemeinsam zur Mitte» am 1. April 2017 in Zug verbinden die römisch-katholischen und die reformierten Kirchen in der Schweiz beide Jubiläen. Sie nehmen erstmals die Gelegenheit zu gemeinsamer Erinnerung an die Reformation und Niklaus von Flüe wahr. Damit zeigen sie erstens, dass sie im Zeitalter der Ökumene die Schätze der eigenen Tradition miteinander teilen und sich gemeinsam auf das Zentrum des christlichen Glaubens besinnen wollen. Gleichzeitig bringen sie ihre Dankbarkeit zum Ausdruck für die in den vergangenen fünfzig Jahren in der Ökumene entdeckten Gemeinsamkeiten und für den Frieden zwischen den Konfessionen in unserem Land. Zweitens geben sie der gemeinsamen und selbstkritischen Erinnerung an wichtige kirchengeschichtliche Ereignisse und deren Folgen Raum. Sowohl die Erinnerung an die Reformation wie auch diejenige an Niklaus von Flüe ist durch jahrhundertelange konfessionelle Auseinandersetzungen belastet, die nach Busse und Versöhnung rufen. Drittens unterstreichen die Kirchen ihren gemeinsamen Auftrag, das Evangelium in Wort und Tat zu bezeugen und mutige Schritte hin zu mehr Einheit zu tun.

Vielseitiges Festprogramm mit Wort und Musik
Der Festanlass zog viele Besucher an. Der erste Programmpunkt, ein Vortrag von Josef Lang in der reformierten Kirche Zug, war ein Publikumsmagnet. Die Kirche war bis auf den letzten Platz besetzt, der Vortrag wurde daher in Bild und Ton ins nahe gelegene reformierte Kirchgemeindehaus übertragen, dessen Saal ebenfalls bis auf den letzten Platz besetzt war. Josef Lang sprach zu Niklaus von Flüe - besser bekannt als Bruder Klaus, Einsiedler, Asket und Mystiker.

Während des ganzen Tages bot sich den Besuchern ein interessantes Rahmenprogramm an. Am Nachmittag fand eine Podiumsdiskussion zur Ökumene in der Schweiz statt, an der auch die Präsidenten der Bischofskonferenz und des Evangelischen Kirchenbunds, Charles Morerod und Gottfried Locher, teilnahmen.

Höhepunkt und Schlusspunkt dieses Gedenk- und Feiertages war der Gottesdienst um 16 Uhr in der Kirche St. Michael. Zu Beginn dirigerte der Komponist Erwin Mattmann die Uraufführung seiner Kantate «Gemeinsam zur Mitte» mit einem Vokalensemble. Der Gottesdienst wurde von Bischof Felix Gmür (Römisch-Katholische Kirche) und Gottfried Locher (Präsident des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes) durchgeführt.

Nebst zahlreichen Besuchern nahmen viele Vertreter der beiden Landeskirchen sowie weiterer Kirchen am nationalen ökumenischen Gedenkanlass teil, unter anderem Hirte Walter Hessler und Evangelist Andreas Grossglauser als Vertreter der Neuapostolischen Kirche.