Die Neuapostolische Kirche Schweiz

News Gebietskirche Schweiz

Das Amtsverständnis geht in die nächste Runde
01.06.2017 / Wien
Zum ersten Mal in diesem Jahr treffen sich alle weltweiten Bezirksapostel und ihre Helfer, diesmal in Wien (Österreich). Stammapostel Jean-Luc Schneider hat sie zu einer internationalen Bezirksapostelversammlung (BAV) eingeladen. Das neuapostolische Amtsverständnis steht im Mittelpunkt der Beratungen.

Und wieder geht es um das Amtsverständnis. Für eine Amtskirche, wie sie die Neuapostolische Kirche ist, berührt dieses Thema einen zentralen Punkt ihrer Lehre. Auch dem internationalen Kirchenleiter ist dieses Thema sehr wichtig: Dass das Apostelamt das lehrsetzende Amt ist, steht für ihn nicht nur im Katechismus. Das Kirchenoberhaupt will auch, dass sich die Lehraussagen dazu kollegial im Kreis der Bezirksapostel und Apostel entwickeln. Bereits im letzten Jahr hatte er deshalb die rund 350 weltweit tätigen Apostel der Neuapostolischen Kirche schriftlich in den Diskussionsprozess einbezogen.

Der Rahmen ist klar
Nicht alle Aussagen über das Amtsverständnis sind im Katechismus der Neuapostolischen Kirche ausformuliert. Zwar ist der Rahmen klar: Es gibt mit dem Diakon, dem Priester und dem Apostel drei Amtsebenen mit unterschiedlichen geistlichen Vollmachten. Darüber hinaus gibt es – in Verbindung mit einem Amt – auch Beauftragungen mit hierarchischem Charakter: Gemeindevorsteher oder Bezirksvorsteher, Bezirksapostelhelfer oder Stammapostelhelfer.

Antworten auf weitere Fragen 
Was aber konkret ist ein Amt, eine Beauftragung, ein Dienst und wo genau unterscheiden sich diese Aspekte? Für die Ordination ist die Definition klar: Sie ist die Einsetzung in ein geistliches Amt und wird im Namen des dreieinigen Gottes vom Apostel unter Handauflegung und Gebet vollzogen (KNK 7.1). Mit ihr werden Vollmacht, Heiligung und Segnung übermittelt. Sie erfolgt unter Berücksichtigung der Kompetenzen, die für die mit dem jeweiligen Amt verbundenen Dienste erforderlich sind.

Die Beauftragung ist für die Hierarchisierung bestimmter Aufgaben gedacht, um ein Ordnungsprinzip abzubilden und die reibungslose Organisation zu gewährleisten. Mit ihr wird ein mit einem geistlichen Amt verbundener Dienst übertragen, der eine Leitungsfunktion in Gemeinde, Bezirk, Gebiets- oder Gesamtkirche beinhaltet.

Das alles soll nun auch in den Kreis der kirchlichen Amtsträger gelangen. Die Bezirksapostel haben dazu eine Präsentation verabschiedet. Außerdem ist mittlerweile ein Artikel für eine Sondernummer der Leitgedanken erstellt worden.

Bedeutung der Kinderunterrichte
Als zweiter wichtiger Schwerpunkt der Versammlung gilt die Konzeption und Erarbeitung von Materialien für die kirchlichen Kinderunterrichte. Anders als bei anderen Themen gilt es hier in besonderer Weise, auf die kulturellen Gepflogenheiten in den einzelnen Erdteilen Rücksicht zu nehmen. Pädagogische und methodische Lehrpläne werden in den unterschiedlichen Ländern auch unterschiedlich aufgestellt. Dennoch ist es den Bezirksaposteln ein Anliegen, die bisherigen Lehrwerke zu aktualisieren und zu modernisieren. Umfragen in den Zielgruppen sind erfolgt und werden derzeit ausgewertet.


Stichwort: BAV International

An den Tagen vor Pfingsten kommen alle Bezirksapostel und ihre Helfer nach Wien. Das sind zurzeit 27 Apostel. Zum ersten Mal werden auch die beiden neuen Bezirksapostelhelfer dabei sein: Apostel Jürg Zbinden (Schweiz) und Apostel Edy Isnugrohu (Indonesien). Stammapostel Jean-Luc Schneider hatte sie am 14.01.2017 in Bern (Schweiz) beziehungsweise am 21.05.2017 in Depok (Sumatra) beauftragt. Am Sonntag ist der weltweite Pfingstgottesdienst mit SAT-Übertragung aus dem Wiener Konzerthaus geplant.


Text: nac.today | Foto: Peter Johanning