Die Neuapostolische Kirche Schweiz

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Festtag der NAK Handicapped Schweiz - Gottesdienst mit der Gemeinde Bülach
01.07.2017 / Zürich/Schweiz
Die Teilnehmer trafen am Sonntag, 25. Juni 2017, schon früh morgens in Bülach ein und genossen vor dem Gottesdienst Kaffee mit Zopf. Die Freude auf den Gottesdienst mit Apostel Thomas Deubel und das Zusammensein war gross, entsprechend herzlich die Begrüssung untereinander.

Erich, Marco und Melchior hatten an diesem Sonntagmorgen Türhüterdienst und bereiteten den Altar vor. Die Dirigentin wollte mit dem Chor gerade ein Lied zur Vorbereitung des Gottesdienstes singen, als plötzlich Erich - zum Erstaunen aller - an den Altar trat und mit viel Herz und Spontanität alle willkommen hiess zu diesem „Super Bombentag“! Es gab viel Schmunzeln in der Gemeinde, aber auch ein herzliches Applaudieren für diesen Auftritt von Erich!

Gott ist mit uns
Apostel Thomas Deubel eröffnete den Gottesdienst mit dem Wort aus Johannes 9,3: „Jesus antwortete: Es hat weder dieser gesündigt noch seine Eltern, sondern dass die Werke Gottes offenbar würden an ihm.“

Er erzählte zuerst die Geschichte eines Jünglings, der Frau Meier, die Pausenaufsichts-Lehrerin an der Schule gefragt hatte, ob Gott wirklich alles erschaffen habe.
Frau Meier: Ja, er hat alles erschaffen, auch Dich!
Jüngling: Wirklich, er hat auch mich erschaffen?
Frau Meier: Ja, auch Dich!
Der Jüngling, mit einem etwas runderen Gesicht und mit viel Mühe, die Zunge im Mund zu halten (er hat eine Beeinträchtigung), fing an zu tanzen und zu jubeln!

Der Apostel sagte: „Wir dürfen alle Freude haben, denn wir sind alle von Gott erschaffene Geschöpfe! Er liebt uns alle zu jedem Zeitpunkt - auch wenn wir einmal zweifeln oder auch nicht so treu sind - seine Liebe geht über alles. Auch wenn wir etwas nicht verstehen - wenn wir uns fragen, warum etwas so gekommen ist - wir dürfen immer sicher sein, dass der Liebe Gott uns gern hat, dass er immer in unserer Nähe ist und dass er wieder kommen wird. Gottes Werk soll an jedem Einzelnen vollbracht werden!“

Weiter führte er aus: „Auch dürfen wir immer strahlen mit den Mundwinkeln in der 10 nach 10 Stellung, denn wir sind ja nie allein, Gott ist mit uns, die Geschwister und die Gemeinde beten für uns, und wir dürfen auch etwas für die Gemeinde beitragen, wie dies Erich, Marco und Melchior heute als Türhüter tun.“

Gott hat uns lieb
Bischof Rudolf Fässler diente mit und begann mit den Worten: „Wie muss Gott uns alle lieb haben!“

In seinem Predigtbeitrag sprach er über den blinden Bartholomäus, der in einer grossen Menschenmenge nach Jesus schrie. Als dieser ihn nicht hörte, da schrie er ein zweites Mal und noch lauter. Da blieb Jesus stehen, kam zu ihm und fragte ihn, was er für ihn tun könne. Jesus half dem blinden Mann, seine Hilfe und sein Werk wurden offenbar.

Der Bischof sagte: „Wir dürfen auch ein zweites Mal schreien und der Liebe Gott bleibt auch immer wieder bei uns stehen - zum Beispiel in einem Gottesdienst oder bei einem Seelsorgebesuch -  und seine Werke werden auch an uns offenbar!“

Apostel Deubel schlug dann die Brücke zu den vorangegangenen Gottesdiensten mit Bezug auf „ in der Sprache des anderen sprechen „ und führte aus: „Der Liebe Gott spricht mit uns im Gottesdienst die Sprache, welche wir verstehen!“

Er erzählte die Geschichte eines Kindes, dessen Götti auf Besuch war und mit dem Handy spielte. Das Kind sagte zuerst seiner Mutter, dass es mit dem Götti gar nicht sprechen könne. Als dann jedoch das Kind sein Handy holte und dem Götti darauf etwas zeigte, da war der Bann gebrochen, und es entstand eine wunderbare Kommunikation zwischen Kind und Götti. Dieses Bild zeigt, dass es sehr wichtig ist, dass wir die Sprache der anderen sprechen.

Priester Demuth brachte am Schluss noch den Gedanken ein, dass wir im schönsten aller Werke tätig sein dürfen! Dies unterstrich der Apostel. Als er den Gottesdienst nach dem Abendmahl und dem Schlusslied des Chores Bülach abschliessen wollte, trat plötzlich Erich (der Türhüter) neben den Apostel an den Altar und zum Mikrophon. Nachdem der Apostel Erich liebevoll in den Arm genommen hatte, liess er diesen der Gemeinde danken. Erich rief noch ganz spontan die Dirigentin an den Altar und sprach ihr ein grosses Dankeschön aus für die wunderbaren Liedervorträge, was bei der Gemeinde einen grossem Applaus auslöste.

Es war ein schöner Gottesdienst mit viel Herzlichkeit und Spontanität! Die Werke Gottes wurden an uns offenbar.

Gemeinschaft miteinander
Nach einem Gruppenfoto mit den Teilnehmenden gab es ein feines Mittagessen; Kartoffelstock, heisser Fleischkäse und Rüebli, dazu einen Mischsalat.

Das Verpflegungs-Highlight war dann sicher das Eiscrème vom Glacé-Velo der Stiftung St.-Jakob – Behindertenwerk.

Am Nachmittag standen diverse Spiele zur Auswahl. Es konnte am Glücksrad gedreht oder das bereits bekannte und beliebte Königsspiel gemacht werden. Auch konnte gebastelt werden, und es gab verschiedene Untergründe auf dem Barfuss-Weg zu erkunden. Für Interessierte hielten Fachpersonen ein Referat zum Thema „Pflegende Angehörige“. Im Weiteren wurde mit dem italienischen Kindertag geskypt. Apostel und Bischof standen dann den Geschwistern zu „Kurz-Seelsorgegesprächen“ zur Verfügung.

Nach einem reichhaltigen Kuchenbuffet und einem stärkenden Kaffee beendete der Apostel den Anlass mit einem Gebet.

Dank den vielen helfenden Händen aus der Jugend der Bezirke Schaffhausen und Zürich-Nord war ein unvergesslicher und wunderschöner Festtag möglich geworden.

Text RA/TWa