Die Neuapostolische Kirche Schweiz

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Tag der offenen Tür in der neuen Kirche Zürich-Affoltern
23.09.2017 / Zürich-Affoltern
Die neue Kirche in Zürich-Affoltern wurde interessierten Gästen und Kirchenmitgliedern am 23. September 2017 vorgestellt.

Bezirksvorsteher Heinz Briner

Neue Rahmenbedingungen und Herausforderungen der zukünftigen Entwicklung führten im Januar 2016 zur Zusammenführung der beiden Gemeinden Zürich-Oerlikon und Zürich-Affoltern. Aus wirtschaftlichen Gründen wurden sechs Wohnungen angebaut. Deren Bewohner können von der ruhigen und dennoch zentralen Lage profitieren. Der Bezirksvorsteher führte aus, dass das neue Gotteshaus nicht nur die äussere Stille bietet, sondern auch die Möglichkeit zur Stille in den Herzen. Er hiess alle Gäste und Glaubensgeschwister zum Tag der offenen Tür und zu den Gottesdiensten herzlich willkommen und dankte allen, die am Neubau der Kirche beteiligt waren.

«Der Begriff Kirche symbolisiert den Wohnort Gottes auf Erden», zitierte der Bezirksälteste einen Geistlichen. Menschen kommen in seinem Haus Gott näher und erleben so sein Wort und seine Gnade. Er führte weiter aus, dass im Jahr 1832 der erste Apostel berufen wurde und sich heute weltweit zirka neun Millionen Mitglieder zum neuapostolischen Glauben bekennen. Das Gemeindeleben beinhaltet die Seelsorge, Unterricht für Kinder, Betreuung der Jugend und der Senioren. Ein gemischter Chor und ein Ensemble aus vier Cellisten bereichern musikalisch die Gottesdienste. «Die Neuapostolische Kirche hat nur wenige vollamtlich tätige Amtsträger. Sie besteht zum grössten Teil aus ehrenamtlichen Tätigkeiten und Opfern sowie Spenden der Kirchenmitglieder», betont der Bezirksvorsteher. Er dankte auch den Pionieren der Gemeinden Oerlikon, Affoltern, Schwamendingen und Wipkingen, die sich aus dem Glauben und der Liebe zu Gott und seinem Werk massgeblich einbrachten. 2012 entstanden die ersten Pläne zur neuen Kirche, die zum Baubeginn im Mai 2016 führten. Der neue Bau sei geprägt durch eine schlichte Sakralität.

Hirte Martin Gehrig, Gemeindevorsteher

Der Vorsteher zeigte auf, dass die Gemeinde Zürich-Oerlikon 1902 gegründet wurde und zu den ersten neuapostolischen Gemeinden der Stadt Zürich gehörte. Aus ihr ging 1903 die Gemeinde Zürich-Affoltern hervor. In den Jahren 1918 bis 1936 wurden im Grossraum Zürich diverse neue Gemeinden gegründet – etliche davon mit deutlich erkennbaren Wurzeln in Oerlikon. So die Gemeinden Kloten, Wallisellen, Dübendorf, Regensdorf, Rümlang und Bassersdorf. Bis nach Erstfeld radelten einst nach der Alltagsarbeit die von ihrem Glauben begeisterten Amtsträger und halfen mit, dort eine Gemeinde zu gründen. 1947 wurde die Gemeinde Rümlang gegründet und 115 bisherige Oerlikoner/-innen besuchten fortan die Gottesdienste in jenem Gotteshaus. Die Gemeinde Oerlikon wuchs weiter rasant an und umfasste im Jahr 1953 1133 Mitglieder.

Die Kirche Zürich-Affoltern wurde am 7. März 1954 eingeweiht. Beide Gemeinden – Affoltern und Oerlikon - zeichneten sich durch ein gut funktionierendes, reges Gemeindeleben aus.

Im Jahr 2014 entschied sich die Kirchenleitung der Neuapostolischen Kirche Schweiz zum Bau eines neuen Gottesdienstlokals, da sich beide Kirchen als stark renovierungsbedürftig erwiesen. Als Standort wurde Zürich-Affoltern gewählt, weil da die Bauvorschriften den Neubau erlaubten. Die im Januar 2016 aus zwei Kirchen entstandene neue Gemeinde hat zurzeit 390 Mitglieder. Diese werden seelsorgerisch betreut von 7 priesterlichen Amtsträgern und 11 Diakonen.

Peter Walser, Architekt

Der Architekt informierte die Anwesenden, dass das neue Kirchengebäude rollstuhlgängig ist und über einen Lift verfügt, der auch zu den Wohnungen führt. Ausgebaut wurden die Nebenräume für die verschiedenen Aktivitäten des Gemeindelebens. Er sei der Migros dankbar, die der Kirche das Näherbaurecht gewährte. Aufgrund des beschränkten Platzes mussten die Toiletten ins Untergeschoss verlegt werden. Neben weiteren interessanten Details verwies er auf die drei roten Punkte in den beiden farbigen Fenstern, die die Trinität Gottes - Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist - symbolisieren.

Übergabe des symbolischen Schecks

Dazu sagte der Bezirksvorsteher: «Die Einweihung einer neuen Kirche löst Freude bei den Gemeindemitgliedern und der Kirchenleitung aus. Diese Freude will die Gemeinde mit benachteiligten Menschen teilen.»

Mit grosser Dankbarkeit und einer gewissen Spannung leitete Bezirksevangelist Hans Graf die anschliessende Übergabe des symbolischen Schecks ein und las dazu aus Matthäus 25 die Verse 34-40 vor. Jesus anerkennt diejenigen, die Benachteiligten in Not helfen, so wie es die Sozialwerke Pfarrer Sieber (SWS) seit vielen Jahren tun. Als Vertreter der SWS nahm Herr Walter Vonarburg am Anlass teil und drückte seine Dankbarkeit über die erhaltene Spende der Stiftung NAK-Humanitas von CHF 15'000 aus. Damit können ein Spitalbett und ein Liegeergometer für das Fachspital Sunne-Egge angeschafft werden. Die Administration des Spitals wird ein zukünftiger Nachbar der Kirche sein. Herr Vonarburg führte aus, dass das Spital 1988 gegründet wurde, als die Stadt Zürich eine offene Drogenszene hatte.

Der anschliessende Apéro bot reichlich Anlass zum Austausch über das Erlebte. Gleichzeitig konnten die Besucher die neue Kirche mit den Nebenräumen besichtigen.