Die Neuapostolische Kirche Schweiz

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Regionaler ökumenischer Gottesdienst für die Einheit der Christen
21.01.2018 / Katholische Kirche St. Mauritius in Regensdorf
Anlässlich der «Gebetswoche für die Einheit der Christen» führten die katholische, die neuapostolische und die vier reformierten Kirchgemeinden des Furttals drei gemeinsame Anlässe durch. Den Abschluss bildete ein ökumenischer Wortgottesdienst.

Bereits seit fünfzig Jahren wird eine Gebetswoche für die Einheit der Christen durchgeführt. Jedes Jahr werden die Texte von einer anderen Region der Welt vorbereitet.

Zum ersten Mal war die Neuapostolische Kirche Regensdorf eingeladen, sich an diesem ökumenischen Projekt zu beteiligen. Gestaltet wurde der Wortgottesdienst von Vikar Stefan Loppacher, Pfarrerin Nadja Troi-Boeck und Hirte Christoph Erni.

Nach dem schwungvollen Eingangsspiel der Organistin begrüsste Vikar Loppacher die über hundert Gläubigen aus den drei verschiedenen Konfessionen: «Wir haben uns hier versammelt und beten um die Gabe der Einheit.»

Er erläuterte, dass die diesjährigen Texte von der ökumenischen Vorbereitungsgruppe aus verschiedenen Kirchen der Karibik stamme. Ihre geschichtliche Situation nach der Entdeckung 1492 durch Kolumbus war durch Sklaverei und Unterdrückung geprägt. Die Kolonialmächte brachten zwar das Christentum mit, führten aber ein gewalttätiges Regime. In dieser Situation schöpften die Menschen Trost und Hoffnung ausgerechnet aus den Texten der Bibel, die sie durch die Unterdrücker kennenlernten. Diese Umkehr der Verhältnisse spürbar werden zu lassen, sei ein Anliegen der Vorbereitungsgruppe. «Unterdrückung und Befreiung» sei also das zentrale Thema.

Unter diesem Aspekt war dann der Bibeltext aus Exodus 15, 1-21 zu deuten, den Pfarrerin Troi-Boeck vorlas. Hier geht es um den Auszug des Volkes Israel aus Ägypten und den Untergang der Verfolger.

In ihrer Predigt sagte sie, aus unserer heutigen Perspektive sei es nicht leicht verständlich, dass Mose und Mirjam nach dem Untergang und Tod ihrer Verfolger ein Kriegs- und Jubellied anstimmten. Aber die Abhängigkeit vom König hatte die Wut der Israeliten mehr und mehr geschürt. So habe Gottes Zorn das Meer geteilt und ihnen die Befreiung gebracht.

Hirte Erni ging in seiner Predigt auf das Paradoxon ein, das im Schicksal der Karibikbewohner lag, die unter der Unterdrückung der Kolonialherrschaft litten. Die Bibel habe den Unterdrückern als Rechtfertigung für die Versklavung der einheimischen Bevölkerung gedient. Die Unterdrückten nahmen aus der Bibel die Lehre der Liebe auf, was ihnen half, mit ihrer Situation besser zurechtzukommen.

Eine dritte Sichtweise aufs Thema bot die Predigt von Vikar Loppacher. Er beleuchtete unsere heutige digitalisierte Welt, in der sich die Menschen von Maschinen und Medien vereinnahmen lassen. «Digitale Kommunikation kann nicht die persönliche Beziehung zu Gott ersetzen.»

«Der Herr ist König für immer und ewig» und «Deine rechte Hand, Herr, ist herrlich an Stärke» hiess es in der Lesung. Diese Erkenntnis verband alle drei Predigtbeiträge.

Das gemeinsam gesprochene Glaubensbekenntnis von Nizäa und Konstantinopel aus dem vierten Jahrhundert und das «Unser Vater» verband die Gottesdienstteilnehmer.

Der anschliessende Apéro bot Gelegenheit, neue Kontakte zu knüpfen und vertiefende Gespräche zu führen.