Die Neuapostolische Kirche Schweiz

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Letzter Gottesdienst in der Kirche Biel-Blumenrain
01.07.2018 / Biel-Bienne
Am Sonntag, 1. Juli 2018, hielt Bischof René Engelmann den letzten Gottesdienst in der Kirche Biel-Blumenrain. Nach annähernd 90 Jahren endete damit die kirchliche Nutzung dieses traditionsreichen Gebäudes. Die bislang am Blumenrain beheimatete französischsprachige Gemeinde Bienne wurde bereits im Februar mit der deutschsprachigen Gemeinde Biel am Standort Biel-Bermenstrasse vereinigt.

Als Grundlage für den Gottesdienst verwendete der Bischof ein Bibelwort aus dem Lukasevangelium, Kapitel 7, die Verse 14 und 15: „Und [Jesus] trat hinzu und berührte den Sarg, und die Träger blieben stehen. Und er sprach: Jüngling, ich sage dir, steh auf! Und der Tote richtete sich auf und fing an zu reden, und Jesus gab ihn seiner Mutter.“

Zu Beginn seiner Predigt hielt der Bischof fest, dass es sich aus zwei Gründen um einen speziellen Gottesdienst handle. Zum einen sei es der letzte Gottesdienst, der in der Kirche Biel-Blumenrain gehalten werde (diese wurde im Jahre 1930 geweiht und diente bis ins Jahr 1977 der deutschsprachigen Gemeinde Biel sowie seit 1978 der französischsprachigen Gemeinde Bienne als Heimstätte). Zum anderen sei es ein Gottesdienst, an dem das Gedenken an die Verstorbenen ganz besonders im Vordergrund stehe (die Neuapostolische Kirche feiert weltweit dreimal pro Jahr Gottesdienste, in welchen in besonderer Weise der Verstorbenen gedacht wird – jeweils am ersten Sonntag im März, im Juli und im November).

Der letzte Gottesdienst an einem vertrauten Ort löse besondere Emotionen aus, so der Bischof. Er selber fühle das auch, sei er doch in Biel aufgewachsen und habe viele Jahre die Gottesdienste in der Kirche am Blumenrain besucht. Besonders an einem Gottesdienst für die Verstorbenen denke man ganz im Speziellen und in Dankbarkeit an alle die Geschwister, die hier während vielen Jahren ein- und ausgingen und nun schon in der jenseitigen Welt sind. Alles, was man in dieser Kirche an Schönem und Segensreichem erleben durfte, gehe ja aber nicht einfach verloren. Vielmehr sei es ein besonderer Reichtum, den die Geschwister an den neuen Gottesdienstort mitnehmen können. Auch wollen wir uns nicht zu fest an irdische Dinge binden, so der Bischof weiter. Was zähle sei die Liebe unter den Glaubensgeschwistern und dass Gott weiterhin viel Segen bewirken werde.

Nachdem der Vorsteher der Gemeinde Biel-Bienne, Hirte Daniel Evard, eine Kurzchronik der französischsprachigen Gemeinde Biel verlesen hatte, ging der Bischof auf das Bibelwort ein:

Das Lukasevangelium berichte die Begebenheit des Jünglings zu Nain, welcher der einzige Sohn einer Witwe war und gestorben ist. Als Jesus die Mutter des Jünglings im Trauerzug sah, „jammerte sie ihn“ (Lukas 7, 13) – er sei also von Mitleid ergriffen worden, so der Bischof. Darauf habe Jesus gehandelt und den Jüngling von den Toten auferweckt. Auch für uns sei es wichtig, Mitgefühl und Barmherzigkeit zu zeigen – gegenüber Verstorbenen, wie auch Lebenden, gegenüber Nahestehenden, wie auch solchen, die wir nicht so gut kennen. Weiter würde uns die Geschichte des Jünglings zu Nain zeigen, dass Jesus Wunder und Veränderungen bewirke und wir durch ihn das Heil erlangen können, hielt der Bischof fest.

Bezirksevangelist Jean-Claude Fatio (der früher als Vorsteher der französischsprachigen Gemeinde Biel wirkte) und Hirte Daniel Evard dienten mit. Beide gaben in ihrem Predigtbeitrag ihrer Dankbarkeit über alles in dieser Kirche Erlebte Ausdruck und betonten, dass es weitergehe und die Geschwister am neuen Gottesdienstort auch schöne Gottesdienste und Gemeinschaft erleben könnten.

Nach dem Abendmahl und dem Gebet für die Verstorbenen profanierte und entwidmete der Bischof die Kirche Biel-Blumenrain am Ende des Gottesdienstes durch ein besonderes Gebet.

Im Anschluss an den Gottesdienst genossen alle Gottesdienstteilnehmer vor der Kirche ein reichhaltiges Apéro.