Die Neuapostolische Kirche Schweiz

Ein Fest der Begegnung

Erinnern Sie sich noch an Ihre letzte Begegnung mit einem bekannten, lieben Menschen? Man kommt aufeinander zu, bleibt stehen, setzt sich vielleicht sogar zusammen und freut sich, vom anderen zu hören und zu spüren, wie es ihm geht. Je nach Lebenssituation lacht man gemeinsam, ist fröhlich oder aber einer tröstet den anderen, und sei es nur dadurch, dass er einfach da ist und zuhört.

Solch eine Begegnung wird zum Fest, wenn einer am anderen Anteil nimmt, an ihm Interesse hat, ihn achtet und respektiert, ihn ganz einfach "mag".

Hatten Sie auch schon solche Begegnungen mit fremden Menschen? Begegnungen bei denen scheinbar der "erste Augenblick" entscheidet, ob diese Begegnung zum Fest wird.?

In den Evangelien des Neuen Testaments lesen wir ebenfalls von solchen Begegnungen. Jesus begegnet den Menschen in Galiläa, in Samaria, in Jerusalem. Wie begegnet er den Menschen? Entscheidet bei ihm auch der erste, äusserliche Eindruck? Nein, Jesus sieht hinter die Fassade, hinter die verfaulte Haut des Leprakranken, hinter die Uniform des Zöllners und hinter die ängstliche Distanz der Frau am Jakobsbrunnen. Jesus verurteilt nicht, er nimmt den anderen an, versteht und respektiert ihn, spürt dessen Bedürfnisse. Begegnung mit Jesus wird dem Gegenüber zur Heilung, zur Errettung. Solche Begegnung wird zum Fest, ganz egal wie lange ich mein Gegenüber kenne.

In den Evangelien lesen wir Aussagen Jesu, die für uns als Christen Richtschnur für Begegnung sind: "... Denn ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen..." (Mt 25, 35). Darin finden wir für uns den Auftrag, dem anderen zu begegnen, als ob wir Jesus begegnen.

Wenn wir uns das bewusst machen, dann wird Begegnung zum Fest.