Die Neuapostolische Kirche Schweiz

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Miteinander Anteil am Sieg Christi erringen – Gottesdienst mit historischem Hintergrund im Glarner Land
04.04.2019 / Glarus
Bezirksapostel Jürg Zbinden hielt in der Gemeinde Glarus einen Festgottesdienst. Begleitet wurde er von Apostel Thomas Deubel und Bischof Rudolf Fässler. Anlass dazu war die „Näfelser Fahrt“, ein kantonaler Feiertag zum Gedenken an die Schlacht bei Näfels im Jahre 1388*).

Traditionsgemäss fanden sich zahlreiche Amtsträger und Glaubensgeschwister aus dem Bezirk Zürich-Süd zu diesem Gottesdienst mit historischem Hintergrund ein.

Der Bezirksapostel gab zu Beginn seiner Freude Ausdruck, an diesem historischen Tag Gottesdienst zu feiern und Gemeinschaft zu erleben. Er diente mit einem Bibelwort aus Psalm 84, Vers 8: „ Sie gehen von einer Kraft zur andern und schauen den wahren Gott in Zion“.

Er wies darauf hin, dass es nicht um die Beschreibung des historischen Ereignisses, der Schlacht von Näfels, gehe, sondern darum, Parallelen aufzuzeigen zu den heutigen Herausforderungen und „geistigen Schlachten“, die zu bestehen seien.

Damals stand mit der Freiheit viel auf dem Spiel. Dies setzte Kräfte frei und gab Mut. Im Geistigen entsteht manchmal auch der Eindruck, einer Übermacht gegenüberzustehen, die uns das Schönste und Beste streitig machen will. Der liebe Gott schenkt uns aber zu einem ungleichen Kampf auch immer wieder das Gelingen, selbst wenn die Mächte von unten noch so stark sind. Der Sieg ist auf der Seite des Herrn. Auch wenn wir schwach geworden sein sollten, dürfen wir teilhaben am grössten Sieg, dem Sieg von Jesus Christus.

Das Textwort, ein Pilgerpsalm, weist auf unser Ziel hin, auf ewig bei Gott zu sein. Bedeutsam ist, dass sie miteinander gingen und in der Gemeinschaft blieben, somit nicht Einzelgänger waren. „Sie gehen von einer Kraft zur anderen“.  In der früheren Bibelübersetzung hiess es: "Sie erhalten einen Sieg nach dem anderen." Der Sieg wurden ihnen von Gott geschenkt.

Der Sohn Gottes gab die Zusage: „ Fürchte dich nicht du kleine Herde. Es ist des Vaters Wohlgefallen, euch das Reich zu geben“. Deshalb sind die Kräfte, die Gott uns zuteilwerden lässt, so wichtig. Beispiele dafür sind das gemeinsame Gebet und das Wort Gottes. Gottes Wort gilt für alle gleich. Jedes nimmt daraus, was es nötig hat und lässt sich so von Gott durch das geistgewirkte Wort  leiten. Wir erleben auch gemeinsam Sündenvergebung und hören die Freisprache. Dadurch werden ebenfalls die Sünden meines Bruders und meiner Schwester getilgt. Denn sie haben diese frohe Botschaft auch vernommen. Wie schön, dass wir alle sagen können: „Jetzt sind wir gestärkt mit dieser Kraft Gottes“. So lassen wir uns nicht auseinander dividieren, sind miteinander unterwegs und erleben diese grosse Kraft der Gemeinschaft.

Zum zweiten Teil des Textwortes: „und schauen den wahren Gott in Zion“ verwies der Bezirksapostel auf die Verheissung im 1. Johannes 3.2. hin: „Wir sind schon Gottes Kinder, es ist aber noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden. Wir wissen: Wenn es offenbar wird, werden wir ihm gleich sein; denn wir werden ihn sehen, wie er ist.“ Das ist das Schauen Gottes. Auch heute dürfen wir Gottes Wirken erleben und dieses Schauen wollen wir auch mit anderen teilen, zur Stärkung des Glaubens derer, die mit uns unterwegs sind.    

Der Bezirksapostel bekräftige am Schluss, dass es damals nur gemeinsam möglich war, den Feind zu besiegen. Nur miteinander ist es heute möglich, den zu besiegen, der uns die Gemeinschaft mit Gott verwehren will. „Wir bleiben Gott treu, weil wir von einer Kraft zur anderen gehen. Eine Kraft, die der liebe Gott uns immer wieder zur Verfügung stellt. So ist es uns möglich, das Ziel unseres Glaubens zu erreichen.“

Apostel Deubel verwies in seinem Predigtbeitrag auf die Notwendigkeit, Weitsicht zu haben – über den Tellerrand hinauszusehen – wenn wir Angriffen ausgesetzt sind. Er rief dazu auf, Böses nicht mit Bösem zu vergelten, sondern Gutes gegenüberzustellen. Bei Zukunftsängsten gilt die Zusage Christi: „Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende“. So gehen wir von einer Kraft zur anderen und können Anteil am Sieg Christi haben.

Bischof Fässler wurde ebenfalls zum Mitdienen gerufen und nannte die Vorfreude auf unser Glaubensziel als weitere Kraftquelle. Dabei betonte er, dass nicht die Übermacht des Bösen, sondern die Vollmacht Gottes siegen wird. Damals hatten die Glarner grossen Mut, gegen eine zehnfache Übermacht in den Kampf zu ziehen. Sie kannten den Ausgang der Schlacht nicht. Wir hingegen wissen, dass wir, dank der Zusage Gottes, Sieger mit Christus sein werden.

Im Anschluss an den Gottesdienst erfreuten sich alle Anwesenden an der Gemeinschaft untereinander, zusätzlich gestärkt mit einem Apéro-riche.

Bericht: RS
Fotos:   UK

*) Am ersten Donnerstag im April erinnert die Gedenkfeier „Näfelser Fahrt“ an den Sieg in der Schlacht bei Näfels, dank dem sich die Glarner 1388 von den Habsburgern lösen konnten. An der Landsgemeinde 1387 hatten sie sich eine Verfassung gegeben, welche die Loslösung von der fremden Herrschaft beinhaltete. Die Habsburger liessen sich dies nicht gefallen und überfielen im April 1388 die Glarner. Unterstützt von einigen Urnern und Schwyzern konterten die Glarner den Angriff am Rautiberg in Näfels mit einem Steinhagel. Sie nutzten die Verwirrung und trieben das mehrfach überlegene Heer in die Flucht. 
Die Näfelser Fahrt gilt im Glarnerland als höchster Feiertag. Für die Glarner war der Sieg in der Schlacht von Näfels gleichermassen ein göttliches Zeichen. Bereits 1389 errichtete man eine erste Kapelle. Die besondere Bedeutung resultiert daraus, dass es sich um die letzte grosse Auseinandersetzung zwischen der damals noch jungen Eidgenossenschaft und den Habsburgern handelte.