Die Neuapostolische Kirche Schweiz

Reisenotizen

Woche 5 / 2019
05.02.2019 / Zürich / Schweiz
Am Dienstagvormittag durfte ich Apostel Bruno Zehnder von der Vereinigung Apostolischer Christen (VAC) bei mir empfangen, nachdem wir uns im vergangenen Oktober in seinem Büro in Zofingen erstmals getroffen hatten (siehe Reisenotizen Woche 42 / 2018).

Ein wertvoller und bereichernder Austausch und ein weiteres gegenseitiges Kennenlernen waren das Ergebnis dieses schönen Treffens. Weitere Kontakte sind geplant.

Vor meiner Reise Richtung Balearen hatte ich mich am Donnerstagabend zu einem Gottesdienst in der meinem Wohnort am nächsten liegenden Gemeinde Stäfa eingetragen, ganze 8 Minuten Autofahrt. Wirklich ein ungewohnt kurzer Anfahrtsweg. Die Gemeinde Stäfa durfte Ende letzten Jahres das 100-jährige Bestehen feiern. Ich wollte unbedingt bei der jung gebliebenen Jubilarin einkehren. Zwei Seelen empfingen die Gabe des Heiligen Geistes, ein Erwachsener und ein Kind. Was für ein Segen für eine Gemeinde und die Betreffenden. Die Festfreude nahm auch mich sofort gefangen. Es ist zudem ein grosses Geschenk, wenn ein Chor und ein Orchester den Gottesdienst bereichern.

Am Freitagnachmittag fuhr ich zuerst mit dem Zug zum Flughafen und von dort mit dem Flugzeug nach Palma de Mallorca. Trotz der anfänglichen Zusicherung einer pünktlichen Ankunft hatten wir wegen des hohen Verkehrsaufkommens in Zürich erhebliche Verspätung. Wir landeten erst, nachdem die offizielle Boardingzeit für den Weiterflug nach Ibiza bereits lief. Ich muss gestehen, ich bin etwas aus der Übung – früher setzte mir das Joggen durch einen weitläufigen Flughafen wirklich weniger zu. Atemlos, aber doch noch rechtzeitig, konnte ich den Flieger besteigen und mich heftig pustend erstmals erholen. Auf sich wiederholende Fitnessläufe dieser Art kann ich gerne verzichten. 40 Minuten nach meiner Ankunft in Ibiza landete auch Apostel Rolf Camenzind aus Barcelona kommend.     

Am Samstagmorgen waren Besprechungen auf dem Programm sowie ein Mittagessen mit dem Vorsteher von Ibiza. In der Zwischenzeit trafen auch Bischof Pedro Olmedo aus Madrid und Bezirksevangelist David Suter von Barcelona ein. Um 17:00 Uhr versammelten sich die Glaubensgeschwister unserer Gemeinde Ibiza zum Gottesdienst. Kleine Gemeinden erlauben eine besondere Nähe und Vertrautheit. Ich spüre jeweils die grosse Kraft der Gemeinschaft, die einem so kleinen Kreis von Geschwistern innewohnt. Der Gemeindegesang wurde kurzerhand vom Chor angestimmt und fand ohne Orgelbegleitung statt. Der Chor bestand aus drei Schwestern, die mit ihrem feinfühligen Gesang unsere Herzen berührten. Kleine, aber lebendige und starke Gemeinden sind ein grosser Segen. Sie sind ein lebendiges Zeugnis der Worte Jesu: «Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen» (Mt 18,20). Das Bestehen der Gemeinde auf dieser Insel ist ein besonderer Segen für alle Bewohner, davon bin ich überzeugt. Den vom Vorsteher mehrmals geäusserten Wunsch, die Gemeinde möge doch wachsen, habe ich im Herzen aufgenommen. 

Bald nach dem Gottesdienst mussten wir uns von den in kurzer Zeit liebgewonnen Geschwistern verabschieden, um den Flug nach Palma de Mallorca zu erreichen. Der Abflug war fünf Minuten vor der angegebenen Zeit und die Ankunft gar eine Viertelstunde früher. Ein ganz ungewohntes Erleben bei den fast zur Routine gehörenden Verspätungen im Flugverkehr. Kurz vor dem Abflug erreichte mich die SMS-Nachricht, dass mein direkter Rückflug am Sonntagabend gestrichen wurde. Als Alternative wurde mir ein Rückflug am Sonntagmorgen um 10:00 Uhr angeboten. Das ging natürlich nicht, schliesslich war der Gottesdienst auf diesen Zeitpunkt angesetzt. Nach der Landung war schon eine neue Nachricht auf dem Handy: Rückflug gegen Abend via Frankfurt. Ankunft in Zürich gegen 22:00 Uhr anstatt 17:00 Uhr. Ich hatte mich zu früh auf einen Sonntagabend zu Hause gefreut. Der Vorsteher von Palma de Mallorca holte uns in einem geräumigen Fahrzeug ab, das er von einem Kollegen über das Wochenende im Austausch mit seinem kleineren Wagen benutzen konnte. Wieder beeindruckte mich, mit welchem Geschick sich unsere Brüder vor Ort organisieren.

Während ich diese Zeilen schreibe, fliege ich über Frankreich. Es war eine grosse Festfreude in einer Gemeinde von über hundert Geschwistern in Palma de Mallorca. Freude ist ansteckend und davon bin ich wirklich erfüllt. Schon vor dem Gottesdienstlokal wurden wir herzlich willkommen geheissen und mussten uns fast losreissen, um überhaupt ins Ämterzimmer zu gelangen. Alles war mit viel Liebe vorbereitet, und die aus vielen Nationen zusammengesetzte Gemeinde empfing uns mit offenen Herzen. Es durften zwei Erwachsene und ein Kind das Siegel der Gotteskindschaft empfangen. Mit grossen Emotionen erlebten wir das Heilige Abendmahl für die Entschlafenen. Chor, Orchester, Solovioline und als Schlusspunkt ein Kinderchor mit Kinderorchester bereiteten uns ein unvergessliches Erleben. Gottes Erlösungswerk ist in allen seinen Facetten ein unbeschreiblicher Reichtum. Bald beginnt der Sinkflug Richtung Frankfurt. Den Schlusssatz werde ich im Zug nach Hause festhalten.

Jetzt sitze ich endlich im Zug. Inzwischen ist es 23:15 Uhr, und ich bin nicht mehr so frisch wie heute Morgen. Von Herzen wünsche ich allen Leserinnen und Lesern eine reich gesegnete Woche!