Die Neuapostolische Kirche Schweiz

Reisenotizen

Woche 44 / 2019
05.11.2019 / Zürich / Schweiz
Am vergangenen Mittwoch flogen Bischof Keller und ich gemeinsam von Zürich über Wien nach Chişinău, der Hauptstadt von Moldawien. Geplant waren verschiedene Gespräche und Sitzungen. Unter anderem fand am Donnerstag die zweite Vorstandssitzung dieses Jahres für unsere Kirche in Moldawien statt.

Auch Apostel Cone war bereits seit vier Uhr morgens unterwegs und holte uns am Flughafen ab. Am Mittwochabend durften wir mit unseren Glaubensgeschwistern  in einer Hausgemeinde in Stețcani Gottesdienst erleben. Bezirksapostel i.R. Fehlbaum und der für uns tätige Anwalt waren zu unserer Freude ebenfalls in diesem Gottesdienst zugegen. Als Präsident der Stiftung NAK-Humanitas besuchte Bezirksapostel i.R. Fehlbaum in Raženi die von der Stiftung betriebene Kindertagesstätte und führte mit den jeweiligen staatlichen Vertretern Gespräche zur Klärung von rechtlichen Aspekten. 

Wie auf den Bildern 5 + 6 unschwer zu erkennen ist, hatten wir vor und nach dem Gottesdienst eine süsse Begleitung. Ein kleines Kätzchen wich nicht von unserer Seite.

Der Gottesdienst mit unseren in sehr einfachen Verhältnissen lebenden, aber in der Seele empfindsamen und gläubigen Geschwistern, war einmal mehr ein nicht zu beschreibendes, berührendes Erleben. Zusammen bereiteten wir uns in würdiger Weise auf den kommenden Gottesdienst für die Entschlafenen vor. Eine  schönere Vorbereitung kann ich mir nicht vorstellen. Ein besonderer Höhepunkt war auch die Versiegelung eines kleinen Kindes in den Armen seiner Mutter.

Nach dem Gottesdienst wurde in landestypischer Art ein reichhaltiges Mal aufgetischt. Die überschwängliche Gastfreundschaft ist tief verwurzelt und wird gerade ausserhalb grösserer Ortschaften und Städte in beeindruckender Art gelebt. Bei einem solchen Mal wird jeweils auch intensiv Gemeinschaft gepflegt.

Nach der Vorstandssitzung vom Donnerstagmorgen flogen wir bereits wieder über Wien in die Schweiz. 

Während wir auf dem Rückflug waren, wurde im Untergeschoss unserer Kirche in Leova ein von der Stiftung NAK-Humanitas gespendeter Hygieneraum für die Bevölkerung des Ortes seiner Bestimmung übergeben. Dies geschah in Anwesenheit des Bürgermeisters durch Apostel Cone.

Am Samstagmorgen führte uns die Reise über München nach Catania auf Sizilien. Dort erwartete uns Apostel Camenzind. Gemeinsam fuhren wir nach Gela, am Mittelmeer im Südosten der Insel gelegen. Gela (genannt nach dem gleichnamigen Fluss) war einst eine der bedeutendsten griechischen Siedlungen auf Sizilien. Um 688 v. Chr. wurde die Stadt von Siedlern aus Rhodos und Kreta gegründet. Warum erwähne ich das? An diesem Wochenende war Gottesdienst für die Entschlafenen, und die sakramentalen Handlungen für den Bezirksapostelbereich wurden an diesem Ort gespendet.

Bischof De Lazzari war bereits am frühen Samstagmorgen angereist und leitete bis zu unserem Eintreffen Zusammenkünfte, zu denen sich Amtsträger und Geschwister aus ganz Sizilien einfanden. Am frühen Abend stand eine Einstimmung auf den Sonntag auf dem Programm. Mit viel Einsatz hatten die Jugendlichen aus den verschiedenen Gemeinden ein schönes Zusammensein in Wort und Musik vorbereitet. Ohne es zu wissen, hatten sie als erste Bibellesung das Wort aus 1. Thessalonicher 4, 13-18 gewählt – eine wunderschöne Verbindung zum Sonntag. Denn der Stammapostel hatte uns Aposteln zu diesem besonderen Gottesdienst das Wort aus 1. Thessalonicher 4, 13.14 als Grundlage gegeben. Die Fülle der seelischen Empfindungen kann ich einfach nicht in Worten beschreiben.

Nach diesem Einstimmen durften wir mit den bereits angereisten Geschwistern bei einem gemeinsamen Abendessen zusammensein.

Während des Frühstücks am Sonntagmorgen erhielt ich einen besonderen Gruss aus Yangon, der grössten Stadt in Myanmar, wo der Gottesdienst bereits stattgefunden hatte: „Cordiales salutations et très bon dimanche!“ Unser Stammapostel hatte sich in Gedanken mit uns verbunden, grüsste uns auf diesem Weg und wünschte einen sehr schönen Sonntag.

Nicht nur auf dieser Erde sind wir miteinander verbunden, die jenseitige Welt und das Diesseits sind stets ganz nahe. Dieses Empfinden, und die gefühlte und erlebte Gegenwart Gottes in seiner vollkommenen Liebe, drängten alle Sorgen, Mühen und Traurigkeit zurück. Es war für mich ein ganz intensives, in dieser Art noch nie erlebtes Fest der Freude über die Taten Gottes an den Toten - wahrhaft ein Vorgefühl des Himmels. Danke, lieber himmlischer Vater!

Nach einer Mittagsverpflegung versammelten sich der Chor und viele Geschwister zum gemeinsamen Singen. Im Nu fanden sich auch die übrigen Anwesenden wieder im Kirchensaal ein. Vereint im Gesang wollten wir einfach nur noch eins: möglichst nicht mehr auseinandergehen, sondern gleich für immer beieinanderbleiben.

Doch nur zu schnell hiess es Abschied nehmen. Die Reise ging zurück nach Catania, wo sich unsere Wege trennten. Die Zieldestinationen waren Messina, Milano-Malpensa, Venezia und Zürich-Kloten.

Ein bewegendes und Impuls gebendes Wochenende ist vorüber, und eine neue Woche nimmt ihren Lauf.